Zeltevangelisation im Juni 2018 in Winterlingen / Foto: Jens Ulbricht

Wetzlar (idea) – Das Interesse an Zeltmissionseinsätzen in Deutschland steigt wieder. Das ergab eine Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) bei sieben Werken, die sich auf diesem Gebiet engagieren. Insgesamt sind in diesem Jahr 58 Einsätze geplant, 14 mehr als im vergangenen Jahr und auch acht mehr als 2017.

Die Evangelisch-methodistische Kirche hat elf Zelte

Größter Veranstalter ist das Evangelisationswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) mit elf Zelten und 26 Einsätzen in Deutschland. Hinzu kommen 30 weitere Projekte im europäischen Ausland, wie der Leiter der Zeltmission, Hans-Martin Kienle (Laichingen bei Ulm), idea sagte. Klassische Zeltmissionseinsätze mit einem Redner und Rahmenprogramm gebe es allerdings nur noch zwei. Bei den übrigen Projekten handele es sich um „evangelistische Einsätze“, bei denen man mit einem niedrigschwelligen Angebot versuche, mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.

Vorteil: Wenig Aufwand für Gemeinden

Dagegen setzt das Evangelisationsteam des sächsischen Evangelisten und Liedermachers Lutz Scheufler (Waldenburg) genau auf diese klassischen Veranstaltungskonzepte. Acht solcher Vorhaben sind in diesem Jahr geplant. „Wir merken, dass die gastgebenden Gemeinden sehr dankbar sind, wenn sie nicht ein großes Rahmenprogramm organisieren müssen“, so Scheufler. Ein bibeltreuer Prediger und gute Musik, das reiche. 

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© idea 25.05.2019

Das Zeltteam um Jens Ulbricht hat nicht nur den Auf- und Abbau an den Veranstaltungsorten zu leiten. Hinter den Kulissen haben sie unser Evangelisationszelt zu einem Schmuckstück gemacht und den Standort in Herrenhaide ausgebaut und modernisiert. Arbeit, die niemand sieht, aber sehr wichtig ist. Beim Hoffest des Evangelisationsteams zeigte der Gastgeber, Jens Werner, einige Vorher-Nachher-Fotos.
Hier eine Auswahl …

Zum Freundestag Evangelisation am 20.11.2019 wird der idea-Vorstandsvorsitzende, Helmut Matthies, die Vorträge halten und Niels Petersen von seiner Lebenswende und seinem Einsatz für Jesus berichten.

Die beiden großen Kirchen in Deutschland verlieren womöglich bis 2060 die Hälfte ihrer Mitglieder. idea fragte Christen, was die Kirchen jetzt tun müssen, um dieser prognostizierten Entwicklung entgegenzuwirken.

idea Spektrum 19-2019

Bekehrungspredigt statt Belehrungsrhetorik

Obwohl im Missionsbefehl „Gott will alle“ drin steckt, geht es im Reich Gottes nicht um große Mitgliederzahlen, sondern um Jesus-Nachfolge. Darauf lassen sich nach Aussage von Jesus nicht viele Menschen ein. Der schmale Weg, den nur wenige finden, bleibt dennoch Hauptthema der christlichen Gemeinde, damit niemand auf dem breiten Weg verloren bleiben muss. Wird jedoch werbende Bekehrungspredigt durch weltrettende Belehrungsrhetorik ersetzt, sind die Landeskirchen am Tropf der Kirchensteuer im Jahr 2060 nichts weiter als ein dahinsiechendes Immobilienunternehmen. Erfolgreich vertreiben sie bereits heute Jesus-Gläubige aus ihren Mitgliederkarteien. Die Zukunftsfrage der christlichen Kirche macht sich nicht an der Mitgliederzahl fest, sondern an Christus und dem Inhalt der Verkündigung. Lebendige Gemeinden wird es daher bis zu dem Tag geben, an dem Jesus hier das Licht ausmacht.

Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau), Evangelist, Liedermacher
und Leiter des Evangelisationsteams

© Nachrichtenagentur idea